Was macht Unterricht wirklich lernwirksam? Entdecken Sie die drei zentralen Erfolgsfaktoren – und warum pädagogische Methoden Ihr stärkster Hebel für Motivation und nachhaltiges Weiterdenken sind.
Pädagogische Methoden
Ein entscheidender Erfolgsfaktor lernwirksamen Unterrichts!
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Langweiligen Unterricht haben wir alle schon erlebt (und vielleicht auch schon selbst durchgeführt), aber was ist das tatsächlich... ein richtig „guter“ Unterricht? Pragmatisch beantwortet zeichnet sich gelungener, also lernwirksamer Unterricht vor allem dadurch aus, dass die Teilnehmenden Lust haben, sich nach dem Unterricht weiterhin selbstständig, problem- und lösungsorientiert mit einem Thema zu befassen. Obwohl es dafür kein Patentrezept gibt, kennt die wissenschaftliche Pädagogik drei zentrale Erfolgsfaktoren, mit denen Sie dieses hehre Ziel erreichen.
- Lerninhalte:
Gelungener Unterricht benötigt natürlich abgesicherte, fundierte, verständliche, anregende und auch nachdenklich machende Lerninhalte. - Beziehungen:
Weiterhin, und vielleicht auch entscheidender, ist eine sozial sichere, partnerschaftliche und zugewandte Beziehung zwischen Trainern bzw. Trainerinnen und Lernenden und innerhalb der Lerngruppe. - Methodik:
Lernwirksame Trainings benötigen zudem eine attraktive Gestaltung des Ablaufs. Und genau hier liegt der Fokus dieser Artikelserie.
Es ist aufschlussreich, wenn wir den Begriff der Unterrichtsmethode zu seinen etymologischen Wurzeln verfolgen. Das Wort Methode geht auf das Altgriechische μέθοδος, méthodos zurück und lässt sich mit „einem Weg, einem planmäßigen Vorgehen zur Erkenntnis/zu einem Ziel“ übersetzen. Es geht also nicht nur um den Weg, sondern auch um das Ziel, um den Aha-Effekt, der am Ende des Weges entsteht.
In der Erwachsenenbildung ist die Abgrenzung zwischen den Begriffen Didaktik und Methodik nicht eindeutig geklärt. Im weiteren Sinne bezeichnet Didaktik die Wissenschaft und/oder Kunst des Lehrens und Lernens – wodurch die Methodik zu einer Teildisziplin der Didaktik wird. Im engeren Sinne fokussiert sich didaktische Planung primär auf die Frage: Was wird wozu in welcher Tiefe zu welchem Zeitpunkt vermittelt? In diesem Verständnis ist Methodik eine autonome Teildisziplin neben der Didaktik. Diese Artikelserie folgt aus pragmatischen Gründen dem zweiten Ansatz: So haben Sie die Chance, Ihre inhaltliche Planung beizubehalten. Sie können sich voll und ganz auf die Planung des Erkenntnisprozesseses konzentrieren.
Dramaturgie im Lehr-Lern-Prozess
Unterrichtsmethoden grenzen sich also von Lerninhalten, Beziehungen oder Visualisierungen ab. Für uns Trainer und Trainerinnen bedeutet es, dass wir den gesamten Lehr-Lern-Prozess auch durch die „dramaturgische Brille“ betrachten müssen. Daraus entstehen für uns mindestens drei konkrete Herausforderungen:
Wie gestalte ich den Ablauf des Unterrichts so, dass …
- ... die Lernenden von Anfang an auf das Thema und den Unterricht neugierig sind?
- ... die Aufmerksamkeit und Spannung auch über den gesamten Unterricht erhalten bleibt?
- ... die Lernenden immer wieder konkrete Erfolgserlebnisse und Lust zum eigenständigen Weiterdenken haben?
Eine ganz ordentliche Herausforderung, oder? Für uns entsteht daraus die Verantwortung, dass wir unsere Trainings, Seminare, Unterrichte als Künstler oder Künstlerinnen betrachten, fast so wie Filmregisseure oder Bühnendramaturginnen: Wie können wir unsere Aufführung, unser Bühnenstück so arrangieren, dass das Publikum, also die Lernenden, am liebsten „Da capo!“ rufen und auf die Wiederholungstaste drücken möchten? Und genau dieses Geheimnis werden wir lüften.
Praxisimpuls: Spannung beobachten und übertragen
Werfen Sie in den nächsten Tagen einfach einen Blick auf Filme, Bücher, Theateraufführungen oder auch Ihren Unterricht. Stellen Sie sich dabei folgende Frage: Was macht das Werk spannend? Was langweilt? Und welche Konsequenzen entstehen für mein pädagogisches Handeln?
Viel Spaß, alles Gute und bis zum nächsten Mal, Ihr
© Gregor Kern
© Neele Fütterer
Über den Autor
Dr. phil. Gregor Kern
Ausbildung zum Großhandelskaufmann, danach Studium der Pädagogik einschließlich Promotion.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen:
- Lernen erwachsener Menschen
- Zusammenarbeit, Kommunikation, Führung
Dr. Kern arbeitete viele Jahre für verschiedene IHKs im Bereich der beruflichen Bildung, zuletzt als pädagogischer Leiter des IHK-Bildungszentrums in Karlsruhe. Seit 2016 ist er freiberuflicher Trainer, Berater und Coach.
Meine Website: www.gregor-kern.de