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Langweiligen Unterricht haben wir alle schon erlebt (und vielleicht auch schon selbst durchgeführt), aber was ist das tatsächlich... ein richtig „guter“ Unterricht?
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Langweiligen Unterricht haben wir alle schon erlebt (und vielleicht auch schon selbst durchgeführt), aber was ist das tatsächlich... ein richtig „guter“ Unterricht?
Pragmatisch beantwortet zeichnet sich gelungener, also lernwirksamer Unterricht vor allem dadurch aus, dass die Teilnehmenden Lust haben, sich nach dem Unterricht weiterhin selbstständig, problem- und lösungsorientiert mit einem Thema zu befassen. Obwohl es dafür kein Patentrezept gibt, kennt die wissenschaftliche Pädagogik drei zentrale Erfolgsfaktoren, mit denen Sie dieses hehre Ziel erreichen.
Es ist aufschlussreich, wenn wir den Begriff der Unterrichtsmethode zu seinen etymologischen Wurzeln verfolgen. Das Wort Methode geht auf das Altgriechische μέθοδος, méthodos zurück und lässt sich mit „einem Weg, einem planmäßigen Vorgehen zur Erkenntnis/zu einem Ziel“ übersetzen. Es geht also nicht nur um den Weg, sondern auch um das Ziel, um den Aha-Effekt, der am Ende des Weges entsteht.
In der Erwachsenenbildung ist die Abgrenzung zwischen den Begriffen Didaktik und Methodik nicht eindeutig geklärt. Im weiteren Sinne bezeichnet Didaktik die Wissenschaft und/oder Kunst des Lehrens und Lernens – wodurch die Methodik zu einer Teildisziplin der Didaktik wird. Im engeren Sinne fokussiert sich didaktische Planung primär auf die Frage: Was wird wozu in welcher Tiefe zu welchem Zeitpunkt vermittelt? In diesem Verständnis ist Methodik eine autonome Teildisziplin neben der Didaktik. Diese Artikelserie folgt aus pragmatischen Gründen dem zweiten Ansatz: So haben Sie die Chance, Ihre inhaltliche Planung beizubehalten. Sie können sich voll und ganz auf die Planung des Erkenntnisprozesses konzentrieren.
Unterrichtsmethoden grenzen sich also von Lerninhalten, Beziehungen oder Visualisierungen ab. Für uns Trainer und Trainerinnen bedeutet es, dass wir den gesamten Lehr-Lern-Prozess auch durch die „dramaturgische Brille“ betrachten müssen. Daraus entstehen für uns mindestens drei konkrete Herausforderungen:
Wie gestalte ich den Ablauf des Unterrichts so, dass …
Eine ganz ordentliche Herausforderung, oder? Für uns entsteht daraus die Verantwortung, dass wir unsere Trainings, Seminare, Unterrichte als Künstler oder Künstlerinnen betrachten, fast so wie Filmregisseure oder Bühnendramaturginnen: Wie können wir unsere Aufführung, unser Bühnenstück so arrangieren, dass das Publikum, also die Lernenden, am liebsten „Da capo!“ rufen und auf die Wiederholungstaste drücken möchten? Und genau dieses Geheimnis werden wir lüften.
Werfen Sie in den nächsten Tagen einfach einen Blick auf Filme, Bücher, Theateraufführungen oder auch Ihren Unterricht. Stellen Sie sich dabei folgende Frage: Was macht das Werk spannend? Was langweilt? Und welche Konsequenzen entstehen für mein pädagogisches Handeln?
Viel Spaß, alles Gute und bis zum nächsten Mal, Ihr
© Gregor Kern
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Dr. phil. Gregor Kern
Ausbildung zum Großhandelskaufmann, danach Studium der Pädagogik einschließlich Promotion.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen:
Dr. Kern arbeitete viele Jahre für verschiedene IHKs im Bereich der beruflichen Bildung, zuletzt als pädagogischer Leiter des IHK-Bildungszentrums in Karlsruhe. Seit 2016 ist er freiberuflicher Trainer, Berater und Coach.
Meine Website: www.gregor-kern.de