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Praxis Methodenkompetenz:

Lernerlebnisse transferorientiert abschließen!
Kreative Innovationsideen, um Geschäftsprobleme zu lösen und komplexe Aufgaben von kleinen Menschen zu vereinfachen

© Iconic Prototype/iStock/Getty Images Plus

Seminare, Trainings oder Unterricht sind dann wirklich wirksam, wenn die Lernenden Lust haben, sich nach dem Lernerlebnis weiterhin mit dem Thema zu beschäftigen. Ein gelungener Abschluss des Lernens zeichnet sich auch dadurch aus, dass die gesammelten Erkenntnisse, Wissenslücken und Praxis- oder Prüfungsanwendungen auf den Punkt gebracht werden und zum eigenständigen Weiterdenken anregen.

Ich zeige Ihnen drei Möglichkeiten, wie Sie mit der Methodik-Maschine Lernerlebnisse transferorientiert abschließen können. 

Methode 1: Erkenntnisse mit einem Bild zusammenfassen

Hier beenden Sie den Lernprozess mit einer assoziativen Denkform in Kleingruppen und verändern für kurze Zeit den Lernort. Die Ergebnisse können auf A4-Papier, Flipcharts oder Metaplanwänden erarbeitet werden. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin erarbeitet für sich die drei wichtigsten Erkenntnisse und schreibt diese auf. 

  • Danach werden die Teilnehmenden in Kleingruppen eingeteilt. Jede Kleingruppe hat nun die Aufgabe, die gesammelten Erkenntnisse ohne Worte (!) rein bildlich oder auch grafisch darzustellen.
  • Die Lernenden werden in der Regel zögern, diese Aufgabe anzupacken. Geben Sie den Kleingruppen ca. 10 bis 15 Minuten Zeit und machen Sie ihnen Mut, denn jeder kann malen und jedes Thema kann bildlich dargestellt werden.
  • Die entstandenen Bilder werden nicht vorgestellt, sondern von den anderen Gruppen im Plenum interpretiert. Die Künstlerinnen und Künstler können noch Ergänzungen einbringen. (pro Kunstwerk ca. 3 Minuten)

Diese Methode macht deswegen Spaß, weil die Lernenden merken, dass sie abstraktes Wissen in konkrete Bilder bzw. Metaphern umsetzen können. Es entsteht ein doppeltes Erfolgserlebnis: Das Wissen wird fokussiert auf den Punkt gebracht und zwar in einer ästhetisch ansprechenden Form. 

Methode 2: Das erzähle ich weiter

Wissen gehört zu den Ressourcen, die sich mit dem (Mit-)Teilen vermehren. Weiterhin entstehen tiefe Lernerlebnisse oft dadurch, dass man anderen Menschen etwas erklärt. Diese Methode beendet den Lernprozess mit einer fokussierenden Denkform in Einzelarbeit. Die Erkenntnisse werden am Lernplatz notiert. Und so geht es: 

  • Die Lernenden werden eingeladen, ihre wichtigsten zwei Erkenntnisse zu notieren (2 Minuten).
  • Daraufhin überlegen Sie sich, wem sie das Wissen nach dem Unterricht erzählen möchten, warum es spannend ist, was sie beim Erklären besonders beachten müssen und eventuell sogar, was man damit im praktischen Alltag anfangen kann (4 Minuten).
  • Wenn Sie möchten, können Sie noch einige Aha-Erlebnisse im Plenum besprechen.
  • Sie können die nächste Lerneinheit damit starten, dass die Lernenden von ihren Erlebnissen berichten. 

Methode 3: Den eigenen Lernprozess reflektieren

Hier beenden Sie den Lernprozess mit einer reflektierenden Denkform in Einzel- und Partnerarbeit. Sie können dabei den Lernort variieren. Die Ergebnisse sollten auf A4-Papier notiert werden. Es geht hier weniger um die Zusammenfassung des Wissens, sondern vielmehr darum, wie man mit den einzelnen Lerninhalten umgegangen ist. Und so machen Sie es: 

  • Sie geben einige metakognitive (so nennt sich diese Reflexion) Schlüsselfragen sichtbar, als Formular oder offene Fragen, vor:
    • Welches Thema war für dich besonders leicht/schwer und warum?
    • Was bräuchtest du, um das schwere Thema besser zu verstehen/leichter umzusetzen?
    • Wie machst du jetzt weiter?
  • Wenn es die Situation zulässt, können die Lernenden ihre Erkenntnisse mit einer anderen Person im Seminarraum besprechen. Die Ergebnisse können zusammenfassend im Plenum diskutiert werden – so erhalten Sie auch ein fundiertes Feedback zur Wirksamkeit Ihres Unterrichts.

Planen Sie für Ihren nächsten Unterricht einfach einen kleinen Puffer und verwenden Sie ihn, um den Lerntag für die Teilnehmenden anregender abzuschließen. 

Viel Spaß, alles Gute und bis zum nächsten Mal, Ihr 

Unterschrift Gregor Kern

© Gregor Kern

 

Kern_Dr_Gregor

© Neele Fütterer

Über den Autor

Dr. phil. Gregor Kern

Ausbildung zum Großhandelskaufmann, danach Studium der Pädagogik einschließlich Promotion.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen:

  • Lernen erwachsener Menschen
  • Zusammenarbeit, Kommunikation, Führung

Dr. Kern arbeitete viele Jahre für verschiedene IHKs im Bereich der beruflichen Bildung, zuletzt als pädagogischer Leiter des IHK-Bildungszentrums in Karlsruhe. Seit 2016 ist er freiberuflicher Trainer, Berater und Coach.

Meine Website: www.gregor-kern.de

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