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Fokus Methodenkompetenz:

Gruppenarbeiten einfach noch besser konzipieren!
Business Workshop Konzept

© Nadzeya_Dzivakova/iStock/Getty Images Plus

Wie im Kapitel über Sozialformen schon versprochen, wollen wir uns dem Thema Gruppenarbeiten intensiver widmen. Zum einen, da Gruppenarbeiten eine augenscheinlich leicht durchführbare Sozialform ist, die zum anderen aber von vielen Teilnehmenden häufig als langweilig und wenig zielführend betrachtet wird.

Welche Besonderheiten müssen wir also beachten, wenn wir wirklich begeisternde Gruppenarbeiten durchführen möchten? 

Themenwahl

Damit die Lernenden Gruppenarbeiten sinnvoll finden, sollten wir das Thema nachvollziehbar und konkret praxis- und/oder prüfungsorientiert definieren. Darüber hinaus sollte jede Gruppe ein anderes, vielleicht sogar ergänzendes oder aufbauendes Thema bearbeiten, sodass der Neuigkeitsfaktor hoch bleibt. 

Gruppenwahl

Wir können die Gruppen durch abzählen (1, 2, 3, 4, ...) oder durch andere Merkmale (alle mit derselben Augenfarbe oder alle mit der gleichen Größe) immer wieder neu zusammenstellen. Ebenfalls spannend ist eine Gruppenzuordnung nach Kompetenz (Erfahrene vs. Novizen) oder nach sonst einem relevanten Merkmal. Dabei dürfen wir natürlich niemanden beleidigen oder negativ exponieren. Wichtig ist, dass wir die Gruppenwahl schnell, klar, transparent und partnerschaftlich durchführen. 

Zeitwahl

Es empfiehlt sich, die Bearbeitungszeit eher kürzer als länger zu vereinbaren. So erzeugen wir einen gewissen Handlungsdruck und fördern die Konzentration. Wichtig ist die Klärung, ob es uns beim Ergebnis eher auf Vollständigkeit bzw. Genauigkeit oder auf Geschwindigkeit ankommt. 

Welche Form der Bearbeitung & Präsentation?

Die Frage, ob bestimmte Hilfsmittel verwendet werden dürfen / müssen, können wir nur situativ klären. Die Möglichkeit zur Internetrecherche bzw. KI-Befragung liefert (vielleicht) bessere Ergebnisse, dies kann aber zu Lasten des eigenständigen Denkens gehen. Auch die Frage, ob jede Gruppe ihr Ergebnis präsentiert (und wenn ja, wie viele) oder ob die gewonnenen Ergebnisse im Sinne eines Marktplatzes (jeder schaut sich die anderen Ergebnisse an und ergänzt diese) nur dezentral weitergegeben werden, müssen wir immer wieder neu beantworten. 

Der Abschluss macht es rund: Erkenntnisse sichern

Jede Gruppenarbeit benötigt einen zusammenfassenden, eventuell sogar mehrstufige, Abschluss. Zur Vermeidung grober Fehler sollten wir die Ergebnisse der Gruppenarbeiten auf jeden Fall final kommentieren. Darüber hinaus können verschiedene Denkformen (z.B. eine Themenfokussierung mit der Frage „Diese drei Dinge erzähle ich weiter.“) das Thema individuell abschließen.

Mit diesen Tipps gestalten wir unsere herkömmlichen Gruppenarbeiten auf jeden Fall sofort attraktiver und pädagogisch wertvoller. 

Betrachten Sie eine Ihrer Gruppenarbeiten: Wie können Sie die Themen-, Gruppen- und Zeitwahl noch attraktiver gestalten? Wie optimieren Sie die Bearbeitung und Präsentation? Ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden es Ihnen auf jeden Fall danken!

Viel Spaß, alles Gute und bis zum nächsten Mal, Ihr 

Unterschrift Gregor Kern

© Gregor Kern

 

Kern_Dr_Gregor

© Neele Fütterer

Über den Autor

Dr. phil. Gregor Kern

Ausbildung zum Großhandelskaufmann, danach Studium der Pädagogik einschließlich Promotion.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen:

  • Lernen erwachsener Menschen
  • Zusammenarbeit, Kommunikation, Führung

Dr. Kern arbeitete viele Jahre für verschiedene IHKs im Bereich der beruflichen Bildung, zuletzt als pädagogischer Leiter des IHK-Bildungszentrums in Karlsruhe. Seit 2016 ist er freiberuflicher Trainer, Berater und Coach.

Meine Website: www.gregor-kern.de

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