© Eva Almqvist/iStock/Getty Images Plus
Mit dem bisherigen Wissen können wir viele Fragen gelungener methodischer Unterrichtsgestaltung kompetent beantworten.
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Mit dem bisherigen Wissen können wir viele Fragen gelungener methodischer Unterrichtsgestaltung kompetent beantworten.
Mindestens eine Frage ist jedoch noch offen: Welches System hilft uns bei der Auswahl der geeigneten Methode? Es ist klar, dass diese Frage nicht mit einem Patentrezept beantwortbar ist. Jedoch mit einem prinzipienorientierten Konzept.
Dazu müssen wir uns zuerst den Begriff der Resonanz aneignen. In der Soziologie versteht man unter Resonanz die emotionale bzw. zwischenmenschliche „Mitschwingung”, die dazu führt, dass eine Gruppe in einen Flow gerät, der zu völlig neuen, berührenden, lernwirksamen Erkenntnissen führt. In der Resonanztheorie des Soziologen Hartmut Rosa beschreibt Resonanz eine gelungene Beziehung zwischen Mensch, Mitmensch und Welt. Die nachhaltige Weitergabe von Wissen, Verständnis und Anwendungslust hängt somit von dieser abstrakten Resonanz ab.
Ob eine pädagogische Resonanz entsteht, hängt (neben einer sozial sicheren Beziehung, in der man auch seine Schwächen und Fragen gefahrlos ansprechen kann) vor allem von zehn methodischen Spannungsfeldern ab. Bleibt eine Unterrichtssituation zu lange in einem Extrem, bricht die Resonanz der Lerngruppe zusammen.
extrem |
| extrem |
|---|---|---|
fragend | ....................................................................................... | antwortend |
laut | ....................................................................................... | leise |
emotional | ....................................................................................... | rational |
gemeinsam | ....................................................................................... | alleine |
humorvoll | ....................................................................................... | ernst |
hier | ....................................................................................... | dort |
theoretisch | ....................................................................................... | praktisch |
schnell | ....................................................................................... | langsam |
entspannt | ....................................................................................... | gespannt |
kritisierend | ....................................................................................... | ermunternd |
Ist die Unterrichtsphase eher …
Wir Trainer und Trainerinnen können anhand dieser Spannungsfelder die Lerngruppe leichter und besser einschätzen. Und situativ entscheiden, welche passenden didaktisch-methodischen Konsequenzen gezogen werden. Hier einige Beispiele:
Viele von uns Dozenten und Dozentinnen wenden die Resonanztheorie bzw. die Spannungsfelder intuitiv an. Blickt man aber mit der Brille der hier dargestellten Spannungsfelder auf den Lehr-Lern-Prozess, kann man den Unterricht noch deutlich professioneller und lernwirksamer gestalten. Eigentlich ganz einfach, oder nicht?
Resonanzorientierte Trainings benötigen von uns einen klaren Blick auf die Spannungsfelder und die Kompetenz zur situativen Methodenvariation. So erhält die Lerngruppe genau die Impulse für ein nachhaltiges Lernen.
Lassen Sie es schwingen! Viel Spaß, alles Gute und bis zum nächsten Mal, Ihr
© Gregor Kern
© Neele Fütterer
Dr. phil. Gregor Kern
Ausbildung zum Großhandelskaufmann, danach Studium der Pädagogik einschließlich Promotion.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen:
Dr. Kern arbeitete viele Jahre für verschiedene IHKs im Bereich der beruflichen Bildung, zuletzt als pädagogischer Leiter des IHK-Bildungszentrums in Karlsruhe. Seit 2016 ist er freiberuflicher Trainer, Berater und Coach.
Meine Website: www.gregor-kern.de