Pfadnavigation

AEVO – Ausbildung zeitgemäß gestalten

Qualität in der Ausbildung wird durch die Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) sichergestellt. Wer in Deutschland als Ausbilderin oder Ausbilder aktiv ist, legt im Vorfeld die AEVO-Prüfung ab. Grundlage für die Umsetzung der Vorbereitungslehrgänge Ausbildung der Ausbilder ist der Rahmenplan der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), der 2023, nach 14 Jahren, runderneuert wurde und ab Sommer 2024 für alle AEVO-Prüfungen gilt. In der Konsequenz werden auch die auf die Prüfung vorbereitenden Lehrgänge angepasst.

Die Arbeitswelt und die gesellschaftlichen Strukturen haben sich gewandelt. Stichwörter wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, mobiles Arbeiten und zunehmende gesellschaftliche Heterogenität spielen im beruflichen Kontext eine wichtigere Rolle. Auch die Duale Ausbildung stellt sich auf diese Entwicklungen ein und entwickelt sich dementsprechend weiter. Weiterentwicklung ist eine zentrale Aufgabe von Ausbildung, wenn sie auch künftig DAS Instrument der Fachkräftesicherung und beruflichen Integration von Jugendlichen bleiben soll. Daher wurde der Rahmenplan auf diese Anforderungen hin geschärft. Auf was werden sich die Ausbildungsbetriebe und zukünftigen Ausbilderinnen und Ausbilder einstellen? Hier kommen die Hintergründe und Intentionen...

Der Kontext

Die AEVO wurde erstmals 1972 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erlassen und zuletzt 2009 geändert. Verantwortlich für die Durchführung der AEVO-Prüfungen sind die zuständigen Stellen wie beispielsweise die Industrie- und Handelskammern. Die Prüfung selbst und ebenso die Lehrgänge zur Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung (in der Praxis häufig unter dem Begriff „AdA-Lehrgänge“ bekannt – AdA steht hier für „Ausbildung der Ausbilder“), folgen der Verordnung und werden darin vom DIHK-Rahmenplan unterstützt. In ihm sind die von der Verordnung formulierten Ziele und Vorgaben zu detaillierten Lehrgangsinhalten ausgearbeitet. Kurz gesagt: Mit dem AEVO-Rahmenplan sind die grundlegenden Anforderungen aufgeführt, die alle Ausbilderinnen und Ausbilder bei der Organisation und Durchführung der Ausbildung im Unternehmen im Griff haben sollten.

Gruppe von Menschen, die an den Fenstern des Konferenzraums stehen und während der Kaffeepause Kontakte knüpfen

© Caiaimage/Martin Barraud/iStock/Getty Images Plus

Die AEVO bleibt, wie sie ist

Eines vorweg: Die Rechtsgrundlage, die AEVO, blieb unangetastet. Lehrgangsstruktur und Prüfung bleiben damit auch in Zukunft so, wie es sich in der Praxis bewährt hat. Aber abgesehen von der Lehrgangssystematik gab es einen gesellschaftspolitischen Konsens, die Ausbildung (und damit den AEVO-Rahmenplan) an die veränderten Gegebenheiten in der Arbeitswelt und Gesellschaft anzupassen, manche Themen stärker und andere Aspekte schwächer zu akzentuieren.

Bildungsverantwortliche des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) saßen daher mit Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft sowie Vertretern aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden mehrfach an einem Tisch, um im Ergebnis einen veränderten AEVO-Rahmenplan des BiBB zu veröffentlichen. Dieser BiBB-Rahmenplan ist eine Empfehlung für die gesamte Wirtschaft, also Handwerk, Landwirtschaft sowie Industrie und Handel gleichermaßen. Für die IHK-Organisation entwickelte die DIHK zusammen mit Experten aus der betrieblichen Ausbildungspraxis auf dieser Grundlage einen leicht abgewandelten AEVO-Rahmenplan, der stärker auf die Bedürfnisse von Industrie, Handel und Dienstleistung zugeschnitten ist (weitere Informationen hierzu lesen Sie im Experteninterview)

Erfolgreiche Ausbildung bedeutet gelungene Fachkräftesicherung

Mit den Änderungen des AEVO-Rahmenplans unterstreicht das BMBF als Verordnungsgeber die große Bedeutung der Ausbildung insgesamt und stärkt vor allem die Eigenverantwortung und die Gestaltungsspielräume der Ausbilderinnen und Ausbilder. Sie sind entscheidend dafür verantwortlich, attraktive Ausbildungsbedingungen in den Unternehmen zu schaffen. Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichsten kulturellen und sozialen Hintergründen werden motiviert, sich für eine duale Berufsausbildung zu entscheiden und diesen Weg mit Begeisterung bis zum Berufsabschluss fortzusetzen. In diesem Sinne sind die im neuen Rahmenplan formulierten Qualifikationsinhalte für alle Ausbilderinnen und Ausbilder relevant, um auf der Höhe der Zeit weiter erfolgreich auszubilden. In Zeiten des Wandels braucht das Ausbildungspersonal den Erfahrungsaustausch mit anderen Ausbildenden, eine passgenaue Weiterbildung und neue Impulse zur Sicherung einer zeitgemäßen und leistungsfähigen Ausbildung. Die IHK-Organisation bietet hierfür bereits entsprechende Angebote wie zum Beispiel das Qualifizierungsprogramm „Stark für Ausbildung“. Letztlich liegt es im Eigeninteresse der Unternehmen, der Fachkräftesicherung mit attraktiven Ausbildungsangeboten und top qualifiziertem Ausbildungspersonal zu begegnen: Ausbildung rechnet sich mehr denn je!